In welche Richtung geht unser Shiatsu bei ShenDo West?

Feedback nach Wochenende des Praktiker-Trainings
16. Oktober 2018

In welche Richtung geht unser Shiatsu bei ShenDo West?

Vor 2 Jahren schrieb ich in einem langen Artikel über meine Entwicklung mit Shiatsu in den letzten 30 Jahren (30 Jahre mit Shiatsu – warum es mir immer noch Freude macht). Siehe dazu den Link:

https://shendo-shiatsu-west.de/30-jahre-mit-shiatsu/

Nun sind seitdem 2 Jahre vergangen, der Europäische Shiatsu Kongress in Wien hat 2017 stattgefunden, viele neue Impulse kamen mit Shiatsu-Fortbildungen in dieser Zeit. Und doch hatte sich bei mir wieder eine Art Langeweile eingeschlichen beim Shiatsu-Geben. Ich wollte etwas wirklich Neues lernen, was über technische „Kniffe“ hinausging. Daher kam mir das Seminar zum Thema „Innere Techniken“ mit Mike Mandl im November 2019 sehr gelegen.

Wir haben seit vielen Jahren im November Mike Mandl mit verschiedenen Seminarthemen zu Gast, und es ist für mich immer ein Höhepunkt des Seminar-Jahres, weil es neue Impulse für unsere Shiatsu-Praxis gibt. Diesmal war es aber nochmal anders und besonders durch das spezielle Thema „Innere Tech­niken“. Wer Mike kennt weiß, dass er ein Meister der Fünf Elemente und der TCM ist. Ich war gespannt, ob er dieses Thema anders aufziehen würde, und ich kann nur sagen, es WAR  anders. Kaum Theorie, keine Mengen an Flip-Chart-Blättern, dafür Meditationen, QiGong-Übungen, nach innen gehen und mehr Shiatsu als je zuvor. Wir haben gelernt, dass das Yin führt, die Yin-Hand (Mutter-Hand) wichtiger ist als die Yang-Hand, und meine/unsere Shiatsu-Arbeit ist total auf den Kopf gestellt worden. Das wird sicher Auswirkung haben auf die Aus­bildung bei ShenDo West, nicht unbedingt auf die Grundausbildung, aber bestimmt auf das Praktiker-Training.

Für mich ist das ein neuer Impuls, den ich erst einmal ausprobieren und sacken lassen möchte, aber ich habe das Gefühl, dass es ein ähnlicher Einschnitt sein kann wie 1999 meine Begeg­nung mit Ohashi in seinem Seminar in Köln oder 2014 die Erfahrung im ARUN-Seminar in Köln.

Die Arbeit mit „Inneren Techniken“ passt sehr gut zu ShenDo Shiatsu, weil es mehr um Wahr­nehmen und Fühlen geht als um die „Diagnose“, welches Element und welche Meridiane ich bear­beiten muss. Es gibt mir mehr Freiheit im Shiatsu und passt zum Intuitiven Arbeiten, was ja die weitere Entwicklung nach dem Praktiker-Training ist. Man kann mit „Inneren Techniken“ jeden Meridian bearbeiten und kann auch die sogenannten Elemente-Anwendungen damit geben. Es ist eine andere Vorgehensweise, langsamer, tiefer und mit noch mehr Gefühl als bisher. Das soll unser bisheriges Shiatsu nicht herabsetzen; ich sehe es eher als eine neue Möglichkeit, die mehr auf die Bedürfnisse der Menschen in der gegenwärtigen Zeit eingehen kann: Sich wieder tief zu spüren, sein inneres Wesen wahrzunehmen mit seinen Wünschen und Wahrheiten. Das Yin führt, hieß es in Mikes Seminar immer wieder. Meine Devise, die ich in der Ausbildung vertre­ten habe war, in der Fülle zu beginnen und das Yang ins Yin zu lenken. In der neuen Form gehen wir vom Yin aus, die Yin-Hand bekommt mehr Gewicht als die Yang-Hand, und wunder­ba­rerweise gleichen die beiden sich aus.

Im nächsten Jahr wird diese Entwicklung unterstützt und weitergeführt durch das Seminar mit René Fix vom 06.-08.03.2020: „Seiki und Shiatsu“. Ich bin sehr gespannt darauf und bin bestens innerlich vorbereitet durch Mikes Seminar. Denn insgeheim haben sich einige von uns, so auch ich, vor seinem Seminar Gedanken gemacht, ob wir überhaupt genug spüren. Diese Sorgen mache ich mir jetzt nicht mehr!

Ramita Keienburg